PressemitteilungMedizin / Gesundheit / Augenheilkunde
Durchblick trotz DiabetesFolgeschäden am Auge lassen sich vermeiden und kontrollieren
DÜSSELDORF 5.11.2009 - Diabetische Augenkrankheiten gehören zu den häufigsten
Folgeschäden der Zuckerkrankheit. Unbehandelt führen sie zur
Erblindung. Mit modernen
Untersuchungsmethoden können Augenärzte erste Anzeichen der gefährlichen
Gefäßveränderungen am Auge entdecken, lange bevor das Sehvermögen der
Patienten
nachlässt. Dann besteht die Chance, den Krankheitsprozess unter
Kontrolle zu bekommen.
Anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November raten Augenärzte
Diabetikern daher zu
besonderer Aufmerksamkeit und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.
Prof. Dr. med. Bernd Bertram, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der
Augenärzte und
Generalsekretär der Initiativgruppe "Früherkennung diabetischer
Augenerkrankungen" rät
allen Diabetikern: Heutzutage können die meisten Patienten mit
Diabetes bei guter
Diabetesbehandlung und augenärztlicher Versorgung bis ins hohe Alter
ein gutes Sehen
behalten. Ein sehr wichtiger Baustein ist dabei die jährliche
Netzhautkontrolle bei allen
Diabetikern.
Unter einer zu hohen Zuckerkonzentration im Blut leiden insbesondere
feine Blutgefäße,
wie jene, die die Netzhaut (Retina) mit Sauerstoff und Nährstoffen
versorgen. Viele
Diabetiker entwickeln daher im Verlauf der Krankheit eine so genannte
diabetische
Retinopathie. Bei manchen Typ-II-Diabetikern ist die Netzhaut schon
betroffen, wenn die
Krankheit erkannt wird.
Leider gehört die diabetische Retinopathie zu den
Haupterblindungsursachen in Deutschland
- sie ist für die meisten Erblindungen von Menschen im erwerbsfähigen Alter
verantwortlich. Augenärzte tragen mit moderner Diagnostik und Therapie
dazu bei, die Zahl
dieser Erblindungen so gering wie möglich zu halten.
Wenn der Augenarzt mit seinem Spezialmikroskop ins Auge des Patienten
schaut, kann er am
Augenhintergrund die Gefäße der Netzhaut genau betrachten. Nicht
selten ist er es, der
aufgrund von auffälligen Veränderungen als erster die Diagnose
Diabetes mellitus stellt.
Denn nirgends sonst im Körper können Ärzte Blutgefäße so direkt
betrachten, ohne den
Patienten auch nur zu berühren. Moderne, computergestützte Verfahren
verschärfen den
diagnostischen Blick noch zusätzlich, so dass die Netzhautschäden noch
besser erkannt und
der Verlauf der Krankheit genauestens kontrolliert werden kann.
Eine optimale Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle ist die beste Methode, um
diabetesbedingte Augenschäden zu vermeiden. Wenn sich doch eine
diabetische Retinopathie
entwickelt, können Laserbehandlungen oder - im fortgeschrittenen
Stadium - operative
Eingriffe den Patienten das Augenlicht erhalten. Prof. Bertram betont:
Die Lasertherapie
kann oft eine Sehverschlechterung verhindern, kann aber meist keine
Besserung erreichen.
Deswegen muss auch bei Beschwerdefreiheit jährlich der Netzhautbefund
kontrolliert
werden, um für die Lasertherapie den richtigen Zeitpunkt zur erkennen:
wenn bestimmte
Netzhautveränderungen vorliegen und die Sehfunktion noch gut ist.
Medikamente direkt ins
Auge zu injizieren, ist eine neue Methode, die den Betroffenen in
bestimmten Stadien
helfen kann.
Wichtig ist jedoch, dass Diabetiker ihre Augen regelmäßig untersuchen
lassen. Sobald die
Zuckerkrankheit erkannt wurde, sollten sie zum Augenarzt gehen. Ist
die Netzhaut noch
nicht erkrankt, reicht eine Kontrolluntersuchung pro Jahr aus. Erkennt
der Augenarzt
erste Veränderungen, dann wird er die Abstände, in denen der Patient
wieder kommen soll,
mit ihm besprechen - in der Regel erfolgen die Untersuchungen dann
alle drei bis sechs
Monate.
Fakten zur diabetischen Retinopathie:
- Von der diabetischen Retinopathie sind Männer und Frauen
gleichermaßem betroffen.
- Jedes Jahr erblinden rund 2.000 Mensch an der diabetischen
Retinopathie.
- Etwa 30.000 Menschen in Deutschland sind gegenwärtig blind
durch diabetische
Retinopathie.- Die Diabetische Retinopathie ist die häufigste
Erblindungsursache im erwerbsfähigen
Alter.
Weltdiabetestag am 14. November
Seit 1991 macht der Weltdiabetestag auf die Risiken des Diabetes
mellitus aufmerksam. Als
Datum für diesen Aktionstag wählten die International Diabetes
Federation und die
Weltgesundheitsorganisation den 14. November, den Geburtstag von Sir
Frederick Banting,
der gemeinsam mit Charles Best 1922 das Insulin entdeckte. Seit 2007
unterstützen auch
die Vereinten Nationen des Weltdiabetestag. Die Prävention des
Diabetes und die Schulung
der Patienten steht in den Jahren 2009 bis 2013 im Mittelpunkt der
Aktionen zum
Weltdiabetestag.
Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und
Statistikdatenbank:
http://www.augeninfo.deInitiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFdA):
http://www.diabetes-auge.deOffizielle Internetseite zum Weltdiabetestag:
http://www.worlddiabetesday.orgHerausgeber:Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr.
12, 40474 Düsseldorf
Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Pressereferat:
Dr. med. Georg
Eckert,
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax
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